Ein
neuer kultureller Schmelztiegel für Pulheim
Theater
im Walzwerk öffnet seine Pforten
Pulheim.(tim)
"Als ich in diese Halle kam, war mir sofort klar, dass das ein Theater
werden muss", sagte die Frau. "Sie hat mich sofort begeistert, diese Halle."
Diese Halle, das ist das ehemalige Rohr- und Walzwerk der Firma Uebemann,
und die Frau heißt Mecki Claus. Wer mit ihr spricht, dem fällt
sofort auf, wie willensstark sie ist. Das musste sie auch, denn sie hat
geschafft, was ihr keiner zutraute: In nur fünf Monaten ist unter
ihrer Regie aus der stillgelegten Fabrikruine in der Rommerskirchener Straße
21 ein Kulturzentrum geworden. Dabei suchte Claus im vergangenen Oktober
nur eine neue Werkstatt, um Theaterpuppen zu basteln. Zufällig kam
sie auf das Uebemann-Gelände und ihr war sofort klar, dass aus der
Fabrik mehr als nur eine Werkstatt werden musste. Kaum hatte sie sich mit
dem Eigentümer des Werkes, Herrn Schmidt-Holzmann, geeinigt, begann
die Renovierung. Zwischenwände wuchsen empor, der Sanitärbereich
wurde erneuert und die Fabrik entrümpelt. Vor allem aber entstand
ein Theatersaal mit fast 90 Plätzen. Hier konnten sich die Kulturfans
bei der Eröffnung bereits die ersten Stücke ansehen. Erst kam
"Urmel aus dem Eis", abends tanzte "Der Bär auf dem Försterball".
Von
nun an erwartet vor allem die Kinder ein umfangreiches Programm. "Dornröschen"
und "Peter und der Wolf" sind die bekanntesten von 14 Stücken allein
im März. Auch die Erwachsenen kommen bei "Antigone" oder den "Highlights
aus zehn Jahren Literaturkabarett" auf ihre Kosten. Doch das Walzwerk ist
nicht nur Theater, sondern auch Kreativcenter. Mecki Claus bietet Kurse
rund um das Puppenspiel an. Vom Puppenbasteln über Maskenkurse bis
zur Einführung in das Theaterspiel, das Angebot ist sehr vielseitig.
Auch ihre eigenen Figuren wird Claus hier herstellen, doch noch gleicht
die Werkstatt einer Baustelle. "Wir haben bis zuletzt Schutt weggekarrt,
um Theater, Foyer und Festhalle startklar zu machen." Das gelang, und die
Gäste waren begeistert von den ausgestellten Theaterfiguren neben
den alten Fabrikmaschinen. Bürgermeister Karl August Morisse lobte
den "eindrucksvollen Gewinn für die Pulheimer Kultur", bevor auch
er "Den Bär auf dem Försterball" genoss. Damit gehörte er
zu den Glücklichen, die noch eine Karte ergattern konnten, denn schon
die ersten Vorstellungen waren ausverkauft. Wer in Zukunft nicht vor verschlossenen
Türen stehen will, sollte daher Karten vorbestellen unter Telefon
02238 / 9650020. Auch ohne Theaterbesuch ist das Kulturzentrum eine interessante
Adresse: Noch drei Wochen gastiert hier die Ausstellung "Fantasiegestalten
des Puppenspiels". Dazu der Kontrast alter Industrielandschaft und Kultur,
der das Walzwerk zu einem Fixpunkt des städtischen Wandels macht.
Pulheimer
Stadtblatt vom 10. März 2001
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Kölner
Stadt-Anzeiger vom 5. März 2001
Von Britta
Havlicek Pulheim
- "Ich habe Urmel ein Küsschen gegeben." Aufgeregt berichtete die
siebenjährige Menina ihren Eltern von ihrem großen Erlebnis.
"Ich konnte während des Stückes sehen, wie die Frau mit der
Marionette gespielt hat." Das kleine Urwelt-Geschöpf Urmel hatte
am Samstagnachmittag die kleine Kölnerin, die mit ihren Eltern
und ihrem Bruder extra für das Puppenspiel nach Pulheim gekommen
waren ebenso begeistert wie auch die anderen Zuschauer. Mit der Vorführung
des Kinderstückes "Urmel aus dem Eis" vom Mimikry Figurentheater
wurde das neue Walz-Werk eröffnet. Die Premiere in den ehemaligen
Hallen der Firma Uebemann war ein voller Erfolg.
Die bekannte Puppenspielerin Mecki (Mechtildis) Claus
hatte sich mit der Eröffnung des eigenen Theaters einen Traum erfüllt.
Außerdem hofft sie, damit eine kulturelle Lücke in Pulheim
schließen zu können. Einen Spielplan für die nächsten
zwei Monate habe sie bereits zusammengestellt. Ein abwechslungsreiches
Kinder- und Erwachsenenprogramm soll für einen erfolgreichen Start
der Pulheimer Stätte für Theater, Kunst und Kultur sorgen.
Auf das Ambiente der neuen Kulturstätte kann sich
der Besucher freuen, denn der Ausbau des früheren Stahlwerkes ist
den Beteiligten bestens gelungen: Im Foyer sorgen Holztische und eine
Holzbar zusammen mit dem alten Gemäuer für eine gemütliche
Atmosphäre. Besonders liebevoll ist die Einrichtung: So scheint
beispielsweise ein Frosch aus grünem Samtstoff, der auf einem Schrank
hockt, die Besucher zu beobachten. Der Durchgang zum Theaterbereich
ist mit einem dunkelroten, verschnörkelten Torbogen verziert. Der
kleinere Spielraum, wo auch Urmel auf der Bühne die Kinder zum
Lachen brachte, fasst rund 90 Zuschauer. Die große Halle wird
für größere Aufführungen und Aktivitäten genutzt.
Beim Tag der offenen Tür diente der lichtdurchflutete, riesige
Raum als Festsaal. Dort war auch eine Puppen-Ausstellung des Berufsverbandes
deutscher Puppenspieler zu sehen. Große und kleine Besucher bestaunten
den dickbäuchigen, rosafarbenen Ulli von Bödefeld aus der
Sesamstraße und auch den von Kindern geliebten Li-La-Launebär.
Am Abend sang dort der "Junge Chor St. Kosmas und Damian" aus Pulheim
Gospels und das Theater "EGGS PRESS" spielte das Stück "Der Bär
auf dem Försterball". Mit den "Bass-Spielereien" von und mit Tobias
Klug fand der erste Spieltag im Walz-Werk einen gelungenen Abschluss.
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Kölnische
Rundschau vom 5. März 2001
Meckis
Puppentheater wurde am Samstag im ehemaligen Walzwerk in Pulheim
eröffnet.
Referenz an König Schlotterhose
Von
Hanna Styrie
Pulheim. Rechts
vom Eingang grüßen der Li-La-Laune-Bär und Nilpferd
Rosa, links blinzeln Zottel und Troll freundlich in den Saal,
und eine ganze Anzahl anderer beliebter Stars des Figurentheaters
ist ebenfalls anwesend. In das ehemalige Walzwerk Uebemann,
dessen markanter Turm unweit des Pulheimer Bahnhofs weithin
sichtbar ist, ist mit den Puppen neues Leben eingezogen. Hier
hat sich die Puppenspielerin Mecki Claus mit einem Haus für
Theater, Kunst und Kultur einen Lebenstraum erfüllt. Ein
halbes Jahr nach Unterzeichnung des Mietvertrages geht die 52
Jahre alte Pulheimerin gleich in die Vollen: Der Spielplan für
März und April verzeichnet 45 Vorstellungen im kleinen
Theatersaal, der etwa achtzig Besucher aufnehmen kann, und in
der 430 Quadratmeter großen früheren Fabrikhalle,
die sich für größere kulturelle Veranstaltungen
und Ausstellungen anbietet.
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Auf
Du und Du mit dem Drachen Mampfred
Am Samstag war die offizielle Eröffnung mit einem
bunten Programm für Jung und Alt. Mit einem Klassiker des Puppenspiels
wurde das Theater eingeweiht, in dem es noch nach Leim und frischer
Farbe riecht: „Urmel aus dem Eis“ fesselte zahlreiche kleine Besucher,
die nach der einstündigen Vorstellung des Figurentheaters Mimikry
mit roten Backen und glänzenden Augen in die Fabrikhalle strömten,
wo sie ihre Lieblinge noch einmal aus der Nähe in Augenschein nehmen
konnten.
Der Verband Deutsche Puppentheater e.V. hat eine Wanderausstellung
konzipiert, die die hautnahe Begegnung mit dem Drachen Mampfred, mit
Fritz Pflaume, Ulli von Bödefeld und anderen ermöglicht und
die noch bis Ende des Monats im Walzwerk zu bewundern ist. Eine magische
Wirkung geht von den Exponaten aus, auch wenn sie nicht durch die Puppenspieler
belebt werden, sondern unbeweglich in ihren Vitrinen sitzen oder zu
stimmungsvollen kleinen Szenen arrangiert sind.
Im munteren Durcheinander ist Mecki Claus, die eigentlich
Mechtildis heißt und früher einmal Versicherungskauffrau
war, so etwas wie der ruhende Pol. Flugs improvisiert sie einen Auftritt
von „König Schlotterhose“, einer Kombination aus Stock- und Handpuppe,
die sie selbst angefertigt hat. Nebenbei begrüßt sie eintreffende
Gäste und wirft einen prüfenden Blick in den Theatersaal,
wo sich Jojo Ludwig vom Theater EGGS PRESS für den abendlichen
Auftritt rüstet. Über drei Stunden nehmen die Vorbereitungen
für das Erfolgsstück „Der Bär auf dem Försterball“
in Anspruch, das am Eröffnungsabend die erwachsenen Zuschauer erfreute.
Am 12. Mai gibt Ludwig eine weitere Vorstellung. Im März steht
der Spielplan unter dem Motto „Das Festival der Tiere“, und dabei kann
man auch „Die drei kleinen Schweinchen“, den „Käfer Archibald“
und „Peter und den Wolf“ antreffen. „Meckis Puppentheater“ tritt bei
der Produktion „Das Traumfresserchen“ und „Dornröschen“ in Aktion.
Mecki Claus ist seit Jahren fest verwurzelt in der Puppenspieler-Szene,
und so fiel es ihr nicht schwer, renommierte Kollegen für ein Gastspiel
in Pulheim zu verpflichten.
Das Abendprogramm für Erwachsene startet mit zwei
Gesprächsreihen, die das Künstler-Ehepaar Rose Schreiber und
Michael Mayr gestaltet. Zum Kunstgespräch in vier Akten erwartet
Michael Mayr die Besucher jeweils donnerstags um 19.30 Uhr, Beginn ist
am 22. März. Rose Schreiber stellt in Literaturgesprächen
verschiedene Buchtitel vor. Am 13. März um 19.30 heißt es
erstmals „Vorhang auf für Literatur“. Mit ihrem Programm „Best
of(f)... Highlights aus zehn Jahren Literatour-Kabarett statten Hein
& Katzenburg dem Walzwerk am 17. März einen Besuch ab. Mecki
Claus ist zuversichtlich, dass sie mit dieser abwechslungsreichen Mischung
eine Lücke im Kulturprogramm schließt, und hofft auf regen
Besuch aus dem gesamten Erftkreis.
2000 Programme hat die Powerfrau vorsorglich drucken lassen,
die man sich gegen Kostenerstattung regelmäßig zuschicken
lassen kann. Ausführliche Informationen gibt es außerdem
im Internet unter www.claus-plus.de. Kartenreservierungen – dringend
erforderlich – kann man telefonisch unter der Nummer (02238) 9650020
oder per Fax (02238) 962809 vornehmen.
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