Pico-KSTAPico rettet die Zirkusgala
Von Christin Schlieszus


Clown Pico will die Weihnachtsgala des Zirkus' Picobello retten. Dafür schlüpft er in alle erdenklichen Rollen. Hilfe bekommt er dabei aus dem Publikum. Manege frei für die Löwendompteure: Clown Pico holt sich tatkräftige Unterstützung aus dem Publikum. (Bild: Schliszus) Manege frei für die Löwendompteure: Clown Pico holt sich tatkräftige Unterstützung aus dem Publikum. (Bild: Schliszus) „Wisst ihr, was das Beste am Zirkus ist? - Ich darf mitspielen!“ ruft der Clown und lacht vergnügt. Strenggenommen handelt es sich bei der fidelen Person mit Kurzhaarfrisur gar nicht um einen richtigen Clown. Noch nicht - denn vorerst ist es unverkennbar Mecki Claus, die in den rot- und blau gestreiften Kniestrümpfen steckt und das Publikum zu einer besonderen Vorstellung einlädt: „Weihnachten im Zirkus Picobello“ heißt das kunterbunte Spektakel, das an diesem Abend im Walzwerktheater Premiere feiert. Dort verfolgen kleine und große Zuschauer gebannt, wie Clown Pico am Schminktisch auf der Bühne Gestalt annimmt: Weiße Puderquaste übers Gesicht, rote Backentupfer und schwarzer Hut; fehlen nur noch die riesige Fliege und das bunte Clownsgewand. Damit ist Pico bereit, die große Weihnachtsgala des Zirkus Picobello zu retten - und das ist auch dringend nötig: Die große Paradenummer von Zirkusdirektor Pünktchen will einfach nicht klappen. Die Artisten des Flohzirkus haben aus der kleinen grünen Schachtel das Weite gesucht. Und überhaupt ist nichts mehr wie zu alten Zirkuszeiten, in denen Pico wehmütig schwelgt: Urkomisch, wenn der Spaßmacher mit ulkiger Mimik die podestspringenden Löwen in Zeitlupe parodiert und in schmachtvollen Gedanken an die einstige Ballerina über den Schwebebalken schwankt. Viele Lacher im Publikum gibt es auch, als Pico „Heinrich den Starken“ markiert und unter der Langhantel dramatisch in die bestrumpften Knie bricht. Nein, ersetzen kann der Clown die alten Artisten wohl kaum. Doch zum Glück weiß er, wo er neue herbekommt: Aus dem Publikum. Die fehlenden Kostüme sind kein Problem, denn Pico besitzt einen ganzen Koffer voll davon. Die Weste vom „Starken Heinrich“ geht an den blondgelockten Lenny aus Reihe drei, auch die rosa Federboa findet mit Hanna schnell eine neue Ballerina. Und die dritte Löwenbändigerin ist zwar noch winzig, aber dafür umso schneller auf der Bühne. Und dann klappt es doch noch mit der Zirkusgala, in der Kraftprotz, Tänzerin und Dompteure begeistert ihr Bestes geben. „Ich wollte schon immer mit Kindern auf der Bühne zusammen spielen“, sagt Mecki Claus nach der Vorstellung, die sie bis Jahresende noch zwölf Mal geben wird. Die Premiere ist mehr als gut angekommen: „Sie spielt einfach toll, spannend und lustig“, sagt Zuschauerin Bettina Dylong aus Frechen begeistert, während Tochter Theresa-Marie (4) mit roten Wangen die leere Bühne erobert.
KSTA vom 18.11.10, 18:36h


Weihnachten im Zukus Picobello
Mecki Claus feiert mit Kinderstück Premiere im Walzwerk-Theater

PULHEIM. Der Zirkus Picobello hat schon bessere Tage gesehen. Dann ist Zirkusdirektor Pünktchen nacheinander von seinen Stars verlassen worden: die Ballerina ist weg und auch der starke Heinrich und der Löwenbändiger samt seinem Löwen. Der hat zumindest seine Flöhe dagelassen, so dass Pünktchen noch mit Rosalie, Hannibal und Rufus eine kleine Show abziehen kann. Zum Glück gibt es außerdem Clown Pico, der tapfer die Stellung hält. "Weihnachten im Zirkus Picobello" heißt die neueste Produktion von Walzwerk-Theaterchefin Mecki Claus, die hier die Puppen „Pünktchen" und „Picolina" auftreten lässt und selbst als Clown agiert.
Untergangsstimmung herrscht im Zirkus, als auch noch die Flöhe das Weite suchen und dadurch die Weihnachtsgala in Gefahr gerät. Doch während sich der Zirkusdirektor um einen Tannenbaum kümmert, kommt der kessen kleinen Picolina eine Idee: Anstelle der Artisten könnten doch vielleicht Kinder aus dem Publikum auftreten. Die zögern nicht lange, als sie um Mithilfe gebeten werden, sondern erklimmen die Bühne und lassen sich willig ein Kostüm überstreifen. Und mit Picos Hilfe legen sie laut beklatschte Auftritte als Seiltänzerin, Gewichtheber und Löwenbändiger hin. Die Weihnachtsgala ist gerettet, und als am Ende der Tannenbaum brennt, sind alle glücklich und zufrieden. Mecki Claus war das Lampenfieber bei der Premiere des hübschen Mitmach-Stücks noch anzumerken; umso unbefangener aber gaben sich die kleinen Zuschauer, die sichtlich Spaß an den Zaubertricks und Überraschungen auf der Bühne hatten. Die Puppenspielerin zauberte in ihrem Solo mit einem nostalgischen Zirkuswagen, durchdachten Lichteffekten und passender Musik eine stimmungsvolle Atmosphäre auf die Bühne.
Dass die kleinen Zuschauer aktiv in das Geschehen einbezogen werden, ist ein gelungener Kunstgriff, der vor allem den Jüngsten das Stillsitzen erleichtert. Das Stück ist geeignet für Kinder von 4 bis 10 Jahren, Es dauert 45 Minuten (keine Pause).
Walzwerk-Theaterchefin Mecki Claus schlüpft in ihrem neuen Stück in der Rolle des Clowns. (Foto: Wolf)

Die nächsten Vorstellungen sind am 20. (15 Uhr), 24. (16 Uhr, 25. (10 und 16 Uhr), 27. (15 Uhr) sowie am 28. November um 15 Uhr.
Kölnische Rundschau, 19.11.2010