Angriff auf die Lachmuskeln 
Weihnachten im Wonnemonat: Barlows „Messias“ begeistert
Von HANNA STYRIE
PULHEIM. Zugegeben, es mutet schon etwas eigenartig an, wenn man im Wonnemonat Mai mit Weihnachtsliedern beschallt wird und vor der Bühne ein festlich geschmückter Tannenbaum leuchtet. Aber „Der Messias“ von Patrick Barlow ist ja ohnehin kein klassisches Weihnachtsstück. Der englische Schauspieler und Autor hat vielmehr eine schräge Groteske geschrieben, über die sich die Zuschauer, die die Reihen im Theater Walzwerk komplett füllten, auch an einem Frühjahrsabend köstlich amüsierten.
Schrill, skurril und „sehr britisch“ kommt Barlows Version der Weihnachtsgeschichte daher. Guido Fischer und Björn Jung feierten mit der anarchistischen Respektlosigkeit, bei der Daniel Fischer Regie geführt hatte, eine umjubelte Premiere. Zwei Stunden lang hatten sie sich erfolgreich an einem Stück personalintensiver Weltliteratur ausprobiert, in dem sie selbst mutig alle Rollen übernehmen: Maria und Josef, Erzengel Gabriel, König Herodes, die römischen Soldaten Quirinius und Lukullus, Hebamme, Hirten, Schaf und Kamel - ein ziemlich waghalsiges Unterfangen, das sie mit gewaltigem körperlichen und mimischen Einsatz bravourös bewältigten.
Zartbesaitete Gemüter mögen sich ab und an in ihren religiösen Gefühlen verletzt gesehen haben. Der große Rest aber schlug sich vor Vergnügen auf die Schenkel, wenn Fischer und Jung in Windeseile die Rollen wechselten und sich mit wenigen Requisiten immer neu ausstaffierten. Egal, ob sie einen Ehekrach zwischen Maria und Josef spielen, ob sie als Erzengel einschweben, galoppierende Soldaten mimen, die Niederkunft Marias nachstellen oder zwischendurch noch private Konflikte austragen - im Saal blieb kein Auge trocken, wurde gejubelt und gejuchzt.
Richtig in Fahrt kam das krause Lustspiel, als das Publikum mit einbezogen wurde und dem Kaiser entgegengrölen durfte. Guido Fischer und Björn Jung legen sich mächtig ins Zeug und bieten in manch einer Szene einen wahrlich zwerchfellerschütternden Anblick. Was den Körpereinsatz angeht, mit dem sie selbst dem Wüstenwind noch Ausdruck verleihen, sind sich die beiden absolut ebenbürtig. Dass sie die schweißtreibende Zwei-Mann-Show ohne Erschöpfungzustände bis zum Schluss durchhalten, zeugt von guter Kondition.
Etwas geschafft waren nach knapp zwei Stunden auch die Zuschauer, mussten sie doch einem Angriff auf die Lachmuskeln standhalten, wie man ihn im Theater selten erlebt.
© Kölnische Rundschau vom 24. Mai 2004 


Die erfolgreichste Weihnachtskomödie aus Großbritannien mit Kultstatus.
Gelogen? Sehen sie selbst!

Mit britischem Humor und einer beträchtlichen Portion Menschlichkeit betrachtet Patrick Barlow den Ursprung der christlichen Kultur. Für uns schwer erklärbare „Phänomene“ werden auf menschliche, allzu menschliche Art und Weise beleuchtet. Liebevoll und geistreich ist der Blick hinter die Kulissen, ohne pietätlos zu werden.
Nachgespürt wird jenen tragisch-komischen Momenten, die Maria und Josef zum wohl zweitbekanntesten Paar, nach Eva und Adam, in der westlich-christlichen Kultur werden ließen.
Patrick Barlows komödiantische Zeitreise mitten hinein in das Jahr Null gehört an vielen Theatern Deutschlands zum Weihnachtskult.
Theodor, ein vollblütiger Laiendramaturg und Stückeschreiber wie man ihn oft findet, doch selten begegnen will, hat sich ein neues, hehres Ziel gesetzt: Die Geschichte des Messias in seiner Off-Bühne neu zu erzählen . Mit Esprit und Witz stürzen er und sein Freund Bernhard sich auf dieses Unternehmen. Aus Kostengründen konnten weder andere Schauspieler noch Tiere engagiert werden. Einige Tiere die sich freiwillig angeboten haben, wollten keine menschlichen Rollen übernehmen. So liegt es nun in den Händen von Theodor und Bernhard, die Geschichte des Messias neu lebendig werden zu lassen.
Lebendig? Wenn schon nach kurzer Zeit privater Zwist sich auf die Bühne drängt, droht Chaos....
Der Messias
„Die schrille, skurrile und „sehr britische“ Komödie von Patrick Barlow.
Angriff auf die Lachmuskeln - Eine umjubelte Premiere.
„Die Zuschauer schlugen sich vor Vergnügen auf die Schenkel, wenn Fischer und Jung in Windeseile die Rollen wechselten und sich mit wenigen Requisiten immer neu ausstaffierten.“ ... „Ein Angriff auf die Lachmuskel, wie man ihn im Theater nur selten erlebt, in der Regie von Daniel Fischer. (Kölner Rundschau vom 24.05.2004)

Eine himmlische Komödie
Der schwarze Monty Pyton-Humor ist allgegenwärtig in der Inszenierung, mit der sich das Trio erstmals in Dortmund vorstellt.
Vom trockenen Humor zwischen den Spielszenen und vom Zwist zwischen den beiden Schauspielern lebt Patrick Barlows Komödie. Beides präsentieren Sie mit überquellender Spielfreude, hinreißender Mimik und viel Sinn für britischen Humor in der Inszenierung von Daniel Fischer.
Wunderbar zickig spielt Björn Jung die Maria, patent die Hebamme und kämpferisch Quirinius. Sein Kollege Guido Fischer ist großartig als Tribun und flattert als Karikatur eines Erzengels tollpatschig in die Herzen des Publikums. (Ruhr Nachrichten vom 17.09.2004)