Die Autorin Irmgard Keun



Daten aus ihrem Leben
 
1905 Geburt am 6. Februar 1905 in Berlin-Charlottenburg
Eltern: Eduard Ferdinand Keun und Elsa Charlotte Keun, geb. Haese
Sie hat einen Bruder Gerd, der 1910 geboren wird.
1913 Umzug mit der Familie nach Köln;
der Vater wird Geschäftsführer der "Cölner Benzin-Raffinerie".
1921 Schulabschluss ("miitlere Reife") am Mädchenlyzeum in der Lindenstraße,
Einstellung als Kontoristin im Betrieb des Vaters 
1922 Der Familie geht es wirtschaftlich gut; sie bezieht nach mehreren Umzügen ein Einfamilien-Reihenhaus in der Eupener Str. 19. (Das heutige Haus dort ist ein Neubau an gleicher Stelle.)
1925 Besuch der Schauspielschule in Köln
1927 Abschluss der Schauspielschule, erstes Engagement in Hamburg (Thalia-Theater)
1929 Rückkehr nach Köln, Arbeit als Stenotypistin beim Vater
1931 Viel beachteter literarischer Erfolg für das Erstlingswerk "Gilgi, eine von uns"
1932 Heirat mit Johannes Tralow (Theaterregisseur, Schriftsteller))
1932 Mitglied im P.E.N.
1933 Beschlagnahme ihrer Bücher, "Asphaltliteratur"
In Köln finden die Bücherverbrennungen am 10. und 17. Mai statt: am 17. Mai auf dem Vorplatz der Universität, die damals in der Claudiusstraße untergebracht war.
1933 Beziehung zu dem jüdischen Arzt Arnold Strauss, der 1936 in die USA emigriert.
Es entwickelt sich ein intensiver Briefwechsel (siehe Werke).
1936 Emigration nach Ostende / anschl. Exil in Holland
1936 Beziehung zu dem Schriftsteller Joseph Roth (1936-38),
gemeinsame Reisen u. a. nach Amsterdam, Brüssel, Wien, Warschau.
1937 Scheidung von Johannes Tralow
1938  Längerer Aufenthalt bei Arnold Strauss in Virginia Beach, USA 
1938
Trennung von Joseph Roth
1940 Rückkehr nach Deutschland; "illegaler Aufenthalt" bei ihren Eltern in Köln, nachdem die deutschen Truppen in Holland einmarschieren.
1942 Bombenangriff auf Köln; das Haus in der Eupener Str. wird so beschädigt, dass die Familie nach Hönningen/Rh. evakuiert wird.
1945 Nach Kriegsende Rückkehr nach Köln
1946 Schriftstellerische Arbeit beim Radiosender NWDR
1951 Geburt von Tochter Martina
1966 Einweisung ins Landeskrankenhaus Bonn wegen Alkoholprobleme (1966-72)
1973 Möbliertes Zimmer in Bonn, Breite Str. 115
1975 Wilhelm Unger weckt neues öffentliches Interesse an ihren Büchern; es folgen Interviews und Lesungen: Kölner Stadtanzeiger (1975) und in der Stadtbücherei Köln (1980)
1977 "Wiederentdeckung" u.a. durch Jürgen Serkes Buch, Die verbrannten Dichter
1979 Neuauflage der Romane durch den Claassen Verlag, die ein literarisches Comeback auslösen.
1979 Umzug nach Köln, Trajanstraße
1981 Marie-Luise-Fleißer-Literaturpreis der Stadt Ingolstadt
1982 Irmgard Keun stirbt am 5. Mai 1982 an einem Bronchialkrebs im "Haus Baden" in der Trajanstraße in Köln. Begräbnis auf dem Friedhof Melaten [Foto vom Grab].
1994  Durch Mitwirkung des Kölner Frauengeschichtsvereins erhält der Kölner Rathausturm 18 historische Frauenskulpturen, darunter auch eine Irmgard-Keun-Skulptur. 
Außerdem wird eine Straße in Köln nach ihr benannt.

Werke
 
1931 Gilgi, eine von uns (Roman)
1932 Das kunstseidene Mädchen (Roman)
Übersetzung in 18 Sprachen
Verfilmung 1959, Hauptrolle: Giulietta Masina
Theaterbearbeitung 1985 für eine Schauspielerin durch Gottfried Greiffenhagen
1936 Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften (Erzählung)
1937 Nach Mitternacht (Roman)
1938 D-Zug dritter Klasse (Roman)
1938 Kind aller Länder (Roman)
1946 Bilder und Gedichte aus der Emigration
1947 Ich lebe in einem wilden Wirbel. Briefe an Arnold Strauss, 1933-1947
1949 Nur noch Frauen
1950 Ferdinand, der Mann mit dem freundlichen Herzen (Roman)
1954 Wenn wir alle gut wären (Erzählungen)
1962 Blühende Neurosen (Roman)
 
Informationen im Internet
Sehr informatives Projekt zu Werken von Irmgard Keun, entstanden am Gymnasium 
"Zum Altenforst" in Troisdorf: http://www.altenforst.de/faecher/litera/keun/person/vita.htm
Eine Dissertation von Gudrun Raff, Leben: Szenen eines Täuschungsspiels
Zu literarischen Techniken Irmgard Keuns, Hamburg 2000, 203 Seiten pdf
Biographie und Leseproben: 
Hugo Ernst Käufer, Nach Mitternacht in finsterer Zeit, Annäherungen an Irmgard Keun (1993)
Katharina Krispin, Biographie von Irmgard Keun (Heirat Tralow 1928 ?)
http://www.hak-woergl.tsn.at/a/b1/deutsch/Keun-bio.htm
http://www.hhg-mettmann.de/deutsch/keun.htm (Geburtsdatum falsch!) 
http://www.fembio.org/frauen-biographie/irmgard-keun.shtml (Frauenportrait 1992) 
http://www.gymnasium-leichlingen.de/content/autoren/keun.htm
http://www.kbs-koeln.de/gbg/melaten/frauen/keun.htm
http://www.hypies.de/hallfame/keun/keun.html
Tim Günter & Aline Jouon 
http://www.hhg-mettmann.de/deutsch/keun.htm (Geburtsdatum falsch!)
Hier finden sich eine Karte der Reisen und Fluchtwege von I.Keun, 
ferner 3 Kopien der originalen Gestapo-Akten.
Die Informationen sind entnommen aus: Heike Beutel/Anna Barbara Hagin (Hrsg.): 
Irmgard Keun. Zeitzeugen, Bilder und Dokumente erzählen, Emons-Verlag, Köln 1995
Ein Roman wird zum Stadtgespräch (Eine Aktion von Literaturhaus Köln und dem Kölner Stadt-Anzeiger) 
http://www.ksta.de/artikel.jsp?id=1054823286645
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Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass sich bei einem Vergleich der Literatur einige inhaltliche Widersprüche ergeben. Das beginnt schon mit dem Geburtsjahr. Auch in der Klett-Ausgabe findet sich die offensichtlich falsche Angabe 1910 und darunter steht "Durchgesehen von Irmgard Keun... Siehe dazu: "Von Einer, die auszog, das Glück zu suchen und die Forschung zu verwirren" http://www.kritische-ausgabe.de/hefte/pop/auffenberg.pdf

Literaturhinweis/Quellen:

  • Köln der Frauen, Ein Stadtwanderungs- und Lesebuch, Volksblatt Verlag Köln 1992
  • Hiltrud Häntzschel, Irmgard Keun, rororo 2001
  • Severin Roeseling, Das braune Köln, Ein Stadtführer, Emos Verlag Köln, 1999
  • Peter Fuchs (Hrsg.), Das Rathaus zu Köln, Greven Verlag Köln 1994


  • THEATER IM WALZWERK - DAS BUCH - DIE AUTORIN - DAS WERK - DAS THEATERSTÜCK