Die Verleihung des Kulturpreises 2002
in der Presse des Erftkreises
Preisverleihung in der Fabrik
VON BETTINA JOCHHEIM, 06:45h
Etwa 350 Gäste nahmen an der Verleihung des zwölften Kulturpreises des Erftkreises im Pulheimer Theater im Walzwerk teil. 
Pulheim - „Ich würde meinen Preis gerne an den Nachwuchs weitergeben.“ So ganz wörtlich mochten weder Moderator Till Opitz noch Landrat Werner Stump den Wunsch der international bekannten Künstlerin Magdalena Jetelová nehmen. Dennoch: Ihre Botschaft, den Nachwuchs stärker zu fördern, war angekommen. Stump versprach, junge Künstler und deren frische Ideen zu unterstützen, und etwa 350 Gäste wurden Zeugen dieser Zusicherung. Sie alle waren auch Zeugen einer ungewöhnlichen Preisverleihung. Stump, Vorsitzender der Jury, die über die Vergabe des Kulturpreises entscheidet, hatte angeregt, die Künstler in dem ehemaligen Walzwerk zu würdigen. Und nicht allein die alte Fabrikhalle machte die Preisvergabe ungewöhnlich, auch der Umstand, dass keine langen Reden gehalten wurden, war erfrischend. Statt einer Laudatio bekamen die Gäste in Kurzfilmen Einblicke in das Wirken der Preisträger. So erlebte man etwa bei einer Einspielung den Cembalisten Friedbert Diels mit Drehleier in seinem „Kuriositätenkeller“ in Frechen-Buschbell. Gemeinsam mit seiner Frau, der bildenden Künstlerin Dietrun Heide Diels, erhielt er den Kulturpreis, da beide sich maßgeblich um den Erwerb einer neuen Orgel in der Alten Kirche Buschbell eingesetzt hatten und seit nahezu 20 Jahren hochgelobte Konzerte in der Kirche veranstalten.
Eine Auszeichnung für sein Engagement bei den Brühler Schlosskonzerten erhielt Andreas Spering, künstlerischer Leiter der Musikreihe. In der szenischen Einspielung hob er hervor, dass er neben den Werken der Klassik und des Barock künftig vermehrt romantische Interpretationen vorstellen möchte.
Magdalena Jetelová begleitete - filmisch betrachtet - Stump bei einem Besuch ihres Ateliers in Bergheim-Thorr. Die Künstlerin hat einen Lehrstuhl an der Kunstakademie in Düsseldorf, „arbeitet aber weltweit“, sagte Stump. Sie habe ihren kritischen Blick stets auf die Gesellschaft gerichtet, dies wolle sie an den Nachwuchs weitergeben, sagte Jetelová. Das Kleine Theater Brühl und die Gruppe „Seven Trumpen“ gestalteten das Rahmenprogramm. 

Neues Konzept bei der Verleihung des Erftkreis-Kulturpreises im Walzwerk
Kampf dem "Großstadtkomplex"
von HANNA STYRIE 
PULHEIM. Die Zeit der steifen Preisverleihungen scheint endgültig passé. Ein alternativer Veranstaltungsort - das Walzwerk in Pulheim - und ein neues Konzept belebten die 12. Vergabe des Erftkreis-Kulturpreises an Magdalena Jetelová, das Ehepaar Heide Dietrun und Friedberg Diels. 

Achtung! Hier fehlt wohl der später erwähnte Friedbert Diels. Er ist der Ehemann von Frau Diels und nicht etwa Herr Spering. (Der Texterfasser) sowie Andreas Spering, die in Anwesenheit von über 300 Gästen, darunter auch eine ganze Anzahl früherer Preisträger, vonstatten ging. 

Jazzige Blasmusik und wabernde Nebel sorgten für einen fast reißerischen Auftakt, auf den die Aufführung einer dadaistischen Textcollage durch das Kleine Theater Brühl folgte. 

Per Videoclip wurden anschließend die Preisträger vorgestellt. Die knappen filmischen Porträts, die das Medienbüro Bergheim gedreht hatte, zeigten die Künstler in ihren Wirkungsstätten und vermittelten einen Eindruck ihrer Tätigkeit. Til Opitz moderierte die Verleihung, in der auch die Geehrten selbst kurz zu Wort kamen. 

Dietrun Heide und Friedbert Diels sind seit Jahrzehnten eine feste Größe im Frechener Kulturleben. Besonders ihr Einsatz für die Alte Kirche in Buschbell, in der sie hochrangig besetzte Konzerte veranstalten, rief große Resonanz hervor. Dietrun Heide Diels ist außerdem eine bekannte Keramikerin, die regelmäßig Ausstellungen in ihrem Haus veranstaltet. Ehemann Friedbert hingegen ist ein musikalisches Multitalent, das in der Barockmusik ebenso zu Hause ist wie im Jazz. "Das war eine schöne Überraschung", kommentierten die beiden die Auszeichnung, die sie jetzt aus der Hand von Landrat Werner Stump entgegennahmen. 

Bereits reichlich mit Preisen bedacht ist Andreas Spering, der vor sechs Jahren die Nachfolge von Helmut Müller-Brühl als künstlerischer Leiter der Brühler Schlosskonzerte antrat und der Konzertreihe mittlerweile neue Impulse verliehen hat. "Der Anruf traf mich aus heiterem Himmel", so der international erfolgreiche Dirigent. Der Erftkreis-Kulturpreis sei eine wichtige Anerkennung für sein hauptsächliches musikalisches Standbein. 

Weltweiten Ruhm genießt die in Bergheim-Thorr ansässige Künstlerin Magdalena Jetelová, die mit monumentalisierten Alltagsgegenständen Aufsehen erregt hat. Die Professorin an der Düsseldorfer Kunsthochschule wünscht sich im Erftkreis ein Forum für die junge Kunst und stellte dafür auch gleich das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro zur Verfügung. "Junge und frische Gesichtspunkte muss man einfach unterstützen", meinte sie. 

Mit der Auswahl der Preisträger, deren Engagement über die Grenzen des Erftkreises hinausstrahlt, war Stump hoch zufrieden. "Damit kommen wir endlich wieder ein Stück vom ,Großstadtkomplex´ weg, denn was wir hier haben, kann sich wirklich sehen lassen", erklärte der Landrat. 

 

Mehr Infos
über den Kulturpreis und die Künstler gibt es auf den Kulturseiten des Erftkreises [lesen]
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