Die Verleihung des Kulturpreises 2006 in der Presse


Der große Auftritt der kleinen Stars
VON ULLA JÜRGENSONN, 01.11.06, 07:13h

Rhein-Erft-Kreis / Pulheim - Für Mecki Claus war es ein Heimspiel. Im „ZeitRaum“ des Walzwerks, gleich neben ihrem Theater, konnte die Puppenspielerin die Auszeichnung entgegennehmen, die ihr die Jury im Mai zuerkannt hatte. Außer ihr zeichnete Landrat Werner Stump den Bedburger Maler Leopold Peer und das Bedburger Jugendzentrum Capo aus - mit einer Urkunde, einer Plakette, einer Anstecknadel und jeweils 1000 Euro.

Vor allem die jungen Leute aus dem Capo sorgten dafür, dass die Veranstaltung richtig in Schwung kam. Nicht nur, dass sie sich lautstark freuten, als Christoph Eisenbarth, der die Einrichtung seit ihrer Eröffnung 1992 leitet, von Moderator Olly Hahn auf die Bühne gerufen wurde. Sie hatten vor allem ihre jüngste Truppe ins Rennen geschickt, die mit ihrem Auftritt allen anderen die Show stahl. Wer hat je gehört, dass zehn- und elfjährige Jungen und Mädchen Musik von Deep Purple spielen? „Smoke on the Water“ kriegten die fünf richtig gut hin.
Eine bessere Demonstration, warum das Capo den Preis verdient hat, konnte man sich gar nicht wünschen: Die Nachwuchsmusiker haben allesamt Unterricht bei jungen Leuten, die ihrerseits im Jugendzentrum vor Jahren ihren ersten Unterricht hatten. Denn die Bedburger Einrichtung ist kein ganz gewöhnliches Jugendzentrum, sondern eines, das viel Wert auf Musik legt. Allein in dem Projekt „Recovered Dimension“ machen mehr als 100 Sänger und Instrumentalisten mit.
Nach so viel jugendlichem Schwung und unbefangener Spielfreude musste man erst einmal Atem holen, um Leopold Peer würdigen zu können. Zwei seiner Bilder hingen auf der Bühne, weitere konnten die Besucher nach dem Festakt im Nebenraum anschauen. Von Peer, der seit 1976 in Bedburg wohnt, stammt beispielsweise die große Wandmalerei im Sitzungssaal des Kreishauses. Und die hat offenbar einen inspirierenden Effekt auf Landrat Stump, wie der in seiner Laudatio verriet. Der Fluss in dem Bild könne natürlich die Erft sein, vielleicht aber auch der Fluss des Lebens.
Weniger philosophisch wurde es dann, als Mecki Claus auf die Bühne kam. Weil ihr Mann Wilfried krank war und nicht mitkommen konnte, hatte sie kurzerhand eine Stabpuppe mitgebracht, die ihm tatsächlich täuschend ähnlich sah. Das Ehepaar bietet in dem alten Fabrikgebäude seit 2001 nicht nur Kindertheater, sondern ein abwechslungsreiches Kulturprogramm mit Puppenspiel auch für Erwachsene und Kabarett an. Mecki Claus war 20 Jahre mit ihrer Reisebühne unterwegs, bis ihr Mann eines Tages die Idee hatte, im Walzwerk eine feste Spielstätte einzurichten. „Plötzlich hat man Wurzeln“, schilderte sie, wie sie und ihre Puppen sesshaft wurden.
Ihr zu Ehren trat das Kölner Duo Seibel und Wohlenberg auf und bot Ausschnitte aus seinem Programm „Halb wissen, voll zahlen“. *
* http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1161673313126

vom 1.11.06
vom 1.11.06

Kulturelle Vielfalt im Kreis
Nachwuchsband aus Bedburg fasziniert das Publikum beim Festakt zur Preisverleihung im Walzwerk

Pulheim (du). Mit einem Festakt im Pulheimer Walzwerk wurden die diesjährigen Gewinner des Kulturpreises des Rhein-Erft-Kreis geehrt.
Ausgezeichnet wurden unter der Moderation von Radio Erft-Mitarbeiter Olly Hahn das Bedburger Jugendzentrum CAPO, der Künstler Leopold Peer sowie Mecki Claus, die Mitbegründerin des Theaters im Walzwerk.
Landrat Werner Stump würdigte vor etwa 350 Gästen das soziale und kulturelle Engagement der Preisträger. Sie trügen mit den vielen anderen Künstlern des Rhein-Erft-Kreises dazu bei, „dass sich der Kreis nicht verstecken muss, wenn es um Kultur geht."

Die Preisträger könnten indes unterschiedlicher kaum sein. Das Jugendzentrum CAPO wurde für seine soziale und musikalische Förderung von Jugendlichen in und um Bedburg ausgezeichnet. Der Leiter des Jugendzentrums, Christoph Eisenbarth, präsentierte stolz eine seiner Nachwuchsbands, die das Publikum mit dem Klassiker des Gitarrenrocks „Smoke on the Water" von Deep Purple begeisterten.
Der zweite Preisträger, der Bedburger Künstler Leopold Peer, interpretierte im Anschluss zusammen mit einer seiner ehemaligen Schülerinnen zwei seiner Werke. Seine Arbeit zeichnet sich vor allem durch Struktur und Technik aus, spontane Werke sind nicht sein Stil. Peer wurde unter anderem durch das große Wandbild im Sitzungssaal des Bergheimer Kreishauses bekannt, zudem betreibt er eine Malschule in Köln.

Anschließend wurde die Gastgeberin des Abends geehrt, Mecki Claus vom Theater im Walzwerk bekam aus den Händen von Landrat Werner Stump den Kulturpreis 2006 überreicht. Die Lacher hatte sie direkt auf ihrer Seite, denn als symbolischen Ersatz für ihren erkrankten Mann Wilfried hatte sie eine Puppe im Puppenkisten-Stil mit auf die Bühne gebracht.
Das Ehepaar Claus hätte im März 2001 im ehemaligen Walzwerk in Pulheim ein Theater gegründet, das sich auch überregional schnell großer Beliebtheit erfreute. Ständig steigende Besucherzahlen sowie ein umfangreiches Programm für Kinder und Erwachsene sprechen eine deutliche Sprache. Zudem werden im Walzwerk auch Ausstellungen, Chansons und Kabarettsrealisiert.
Zu aktuellem Anlass gab das Comedy-Duo Seibel & Wohlenberg abschließend eine Kostprobe seines Könnens und amüsierte mit bissigen Anekdoten über den Trendsport Nordic Walking und gab Einblicke über das Wohl und Wehe des Vaterseins.
Pulheimer Sonntagspost vom 4. November 2006


FOTO: JÜRGENSONNPreisträger mit Puppe und Pinsel
VON ULLA JÜRGENSONN, 29.12.06, 07:12h

Pulheim - Im Rhein-Erft-Kreis Künstler zu finden, die die Auszeichnung verdient haben, ist kein Problem. Schwieriger ist schon die Entscheidung zwischen einer Vielzahl heißer Kandidaten.

Die Mischung macht's, heißt das Motto. In diesem Jahr nun: eine Puppenspielerin, ein Maler, ein Jugendzentrum. Die Melange sorgte dafür, dass die Preisverleihung ziemlich abwechslungsreich wurde. Seit fünf Jahren lässt Mecki Klaus im Walzwerk die Puppen tanzen - und hat aus der alten Fabrik in dieser Zeit ein Kulturzentrum gemacht, das es so nicht noch einmal gibt. Figurentheater für Kinder wie für Erwachsene, Konzerte, Kabarett: Fast jeden Tag ist hier etwas los.

Kultur braucht persönlichen Einsatz und Begeisterungsfähigkeit. Dafür ist nicht nur Mecki Klaus ein Beispiel, sondern auch das Bedburger Jugendzentrum „Capo“. Seit 1992 ist es Treffpunkt und Talentschmiede. Denn hier spielt die Musik - im Unterricht, in Bands, in Konzerten. Wer fortgeschritten ist, unterrichtet Anfänger. Ein kreativer Kreislauf. Leopold Peer hatte schon ein paar Mal auf der Vorschlagsliste für den Kreiskulturpreis gestanden. Wie gesagt - die Mischung macht's. Neben Mut und Engagement ist auch einfach Können gefragt.
Kölner Stadt-Anzeiger vom 29.12.2006*
* http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1162473212049