KULTURPREIS DES RHEIN-ERFT-KREISES 2006
Aus der Pressemitteilung des Kulturbüros des Rhein-Erft-Kreises vom 19.05.2006

Ein neunköpfiges Gremium unter dem Vorsitz von Landrat Stump entschied am Mittwoch über die Künstlerinnen und Künstler, die den Kulturpreis des Rhein-Erft-Kreises erhalten
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Das Theater im Walzwerk wurde im März 2001 vom Ehepaar Mecki und Wilfried Claus im ehemaligen Walzwerk in Pulheim gegründet. Die großzügigen Raumverhältnisse kommen der Konzeption der Gründer entgegen, nicht nur Theateraufführungen zu organisieren, sondern auch Werkstätten, Ausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen möglich zu machen. Ständig steigende Besucherzahlen sowohl für das Kinder- als auch für das Erwachsenenprogramm zeigen, dass das Theater im Walzwerk aus der Kulturszene der Stadt Pulheim, des Rhein-Erft-Kreises und deutlich darüber hinaus, nicht mehr wegzudenken ist.

Die drei Preisträger werden im Oktober/November diesen Jahres geehrt. Das genaue Datum sowie der Veranstaltungsort werden noch bekannt gegeben.

Presse dazu lesen:

Kölnische Rundschau vom 19.05.2006

Wenn Jugend verbindet
VON MARION PATTBERG, 19.05.06, 07:15h
RHEIN-ERFT-KREIS
.Die Jugend ist das Bindeglied zwischen den drei Preisträgern des Kulturpreises 2006 des Rhein-Erft-Kreises. In diesem Jahr teilen sich den mit 3000 Euro dotierten Preis die Theaterchefin des Pulheimer Walzwerk-Theaters, Mecki Claus, der Maler Leopold Peer aus Bedburg und das Bedburger Jugendzentrum Capo. Insgesamt hatte es in diesem Jahr 26 Bewerbungen gegeben. Die Entscheidung des neunköpfigen Vergabegremiums unter Leitung von Landrat Werner Stump für die diesjährigen Preisträger fiel am Dienstagnachmittag einstimmig. Die offizielle Verleihung ist für den 30. Oktober im Walzwerk-Theater geplant.
Ein Sprung ins Ungewisse
So verschieden die künstlerische Ausrichtung der Geehrten auch ist, die Arbeit mit jungen Menschen liegt allen am Herzen. Mecki Claus und ihr Mann Wilfried wagten vor fünf Jahren den Sprung ins Ungewisse. Ohne Netz und doppelten Boden - das finanzielle Risiko schulterten sie allein - bauten sie im ehemaligen Walzwerk der früheren Firma Uebemann an der Rommerskirchener Straße mehrere Räume zu einem Kinder- und Jugendtheater aus.
Die passionierte Puppenspielerin erfüllte sich mit der eigenen Spielstätte einen Lebenstraum. Bereits in ihrer Jugend und später als Mutter von drei Kindern hatte sie Figurentheater als Hobby betrieben, machte dann beim deutschen Institut für Puppenspiel und der Arbeitsgemeinschaft für Puppenspiel eine professionelle Ausbildung, hängte ihren Job als Versicherungskauffrau an den Nagel und widmete sich ganz der Theaterarbeit.
Mit lebensgroßen Figuren, die sie selbst baute und eigenen Stücken stand sie unzählige Male auf der Bühne, führte Workshops für Kinder und Jugendliche in Theaterspiel und Puppenbau durch, engagierte Kleinkunstgruppen, um auch ein Abendprogramm für Erwachsene zu bieten und sorgte dafür, dass fast jeden Tag in ihrem Theater eine Vorstellung geboten wurde. Der 50 000. Besucher wurde Ende 2005 gezählt. Bürgermeister Karl August Morisse bescheinigte der 57-Jährigen zum fünfjährigen Bühnenjubiläum im März dieses Jahres, ein Theater geschaffen zu haben, das weit in die Region hinausstrahle. .... [kpl. als doc.datei laden]


Kölner Stadt-Anzeiger vom 19.05.2006
Jury war schnell einig
Kulturpreis an Mecki Claus, Leopold Peer und „Capo"

Alle drei Preisträger haben eines gemeinsam: Ihre be sondere Aufmerksamkeit gilt jungen Leuten.
VON ULLA JÜRGENSONN
Rhein-Erft-Kreis
- Die Liste war lang: Insgesamt 31 Vorschläge, wer den Kulturpreis des Rhein-Erft-Kreises 2006 bekommen soll, waren eingegangen. Zieht man eine Bewerbung ab, die nicht die Kriterien erfüllte, und berücksichtigt, dass manche Namen mehrfach vorkamen, blieben letztlich 26 Kandidaten übrig. Und doch fiel der Jury unter Vorsitz von Landrat Werner Stump die Entscheidung nicht allzu schwer: Ein Jugendzentrum, in dem Musik ganz groß geschrieben wird, eine Puppenspielerin, die aus einer alten Fabrik ein Kulturzentrum gemacht hat, ein renommierter Maler, der Unterricht erteilt - das sind Preisträger, die Kultur auf breiter Front in die Öffentlichkeit tragen.
Fünf Jahre ist es her, dass Mecki Claus gemeinsam mit ihrem Mann Wilfried im alten Walzwerk in Pulheim ihre Puppenbühne gegründet hat. Sie selbst spielt in erster Linie für Kinder, daneben organisiert sie aber ein vielfältiges Kulturprogramm mit Konzerten, Ausstellungen und Lesungen.
Seit 30 Jahren lebt der Maler Leopold Peer in Bedburg. Lange Zeit hat er auf privater Basis Unterricht erteilt, mittlerweile betreibt er eine Malschule in Köln. Sein künstlerisches Werk ist vielfältig: Er malt Stillleben und Akte in 01, experimentiert aber auch mit grafischen Techniken wie der Radierung.
Dass ein Jugendzentrum einen Kulturpreis bekommt, ist eher ungewöhnlich. Doch „Capo", eine Einrichtung der katholischen Kirchengemeinde St. Willibrord in Bedburg-Kirchherten, macht auch ungewöhnliche Dinge. Es ist längst nicht mehr nur Treffpunkt, sondern bietet Musikunterricht und vor allem das Band- und Chorprojekt „Re-covered Dimension", bei dem mehr als 100 junge Leute mitmachen -und das seit 16 Jahren.
Wenn die Kulturpreise im Herbst verliehen werden, soll noch ein Mann zu Ehren kommen, der zwar kein Künstler war, aber ein bedeutender Mann: Im Walzwerk wird es dann auch um den Liblarer Revolutionär und Politiker Carl Schurz gehen, der vor 100 Jahren starb.